Samstag, 3. Juni 1967, 17 Uhr 51.
In tosendem Jubel geht der Schlußpfiff von Schiedsrichter Regely unter. Dieser Pfiff beendet die Partei gegen den 1.FC Nürnberg, setzt gleichzeitig aber eine ganze Region in einen Freudentaumel. Auf den Rängen fallen sich wildfremde Menschen in die Arme, fliegen Hüte, Jacken und Sitzkissen in die Luft. Freudentränen werden vergossen. Auf dem Spielfeld tanzen gestandene Männer wie die Kinder, bevor sie zwischen den Fans, die das Spielfeld kurzerhand stürmen, untertauchen.

Die Sensation ist perfekt. Mit dem 4:1 Sieg ist Eintracht Braunschweig, die graue Maus der Bundesliga, Deutscher Fussball-Meister. Minuten später erhält Kapitän Joachim Bäse aus den Händen von DFB-Präsident Dr. Goesmann die "Salatschüssel", die Meisterschale.

Zu diesem Zeitpunkt ist bereits die ganze Stadt auf den Beinen. Die Innenstadt ist in Blau-Gelb geschmückt, lebensgroße Fotos der Eintrachtspieler und des Trainers zieren so manches Schaufenster. Selbst einige Autos sind in den Vereinsfarben lackiert worden. 100.000 Menschen säumen während der Triumphfahrt die Straßen, auf denen die Meistermannschaft sich ihren mühsamen Weg zum Empfang ins Altstadtrathaus bahnt.

Der Wagenzug führte über folgende Strassen: Abfahrt 19:00 Eintracht Stadion - Hamburger Strasse - Wendenwehr - Wendenstrasse - Bohlweg - Waisenhausdamm - Cityring - Altstadtmarkt. 

Wagenaufteilung: Wagen 1: Präsident Fricke, Trainer Johannsen, Kapitän Bäse. Wagen 2: Ehrenpräsident Dr. Hopert - Spieler Wolter und Ulsaß. Wagen 3: Vizepräsident Müller - Spieler Moll und Dulz. Wagen 4: Leiter der Fußball-Abt. Graßhof - Spieler Gerwien und Maas. Wagen 5: Schatzmeister Schröder - Spieler Schmidt und Kaak. Wagen 6: Co-Trainer Patzig - Spieler Meyer und Saborowski. Wagen 7: Vereinsarzt Dr. Clasen - Spieler Grzyb und Matz. Wagen 8: 2.Vors. der Fußball-Abt. Lüttge - Spieler Jäcker und Brase. Wagen 9: Spieler Polywka, Krause und Simon. Wagen 10: Geschäftsführerin Martini - Platzwart Schönfeld - Spieler Rinas - Masseur Röder. 

Für die Fahrt hatte man eine halbe Stunde eingeplant. Dieser Zeitplan wurde logischerweise völlig auf den Kopf gestellt. Nach der Ehrung ging der Wagenzug am späten Abend weiter zur offiziellen Meisterschaftsfeier  in der Stadthalle. Diesmal führte die Strecke über Brabandtstrasse - Fr.-Wilhelm-Platz - Fr.-Wilhelm-Strasse - Waisenhausdamm - Ölschlägern - Magnitorwall - Leonhardstrasse.